SCHWEINFURT
Das Vereinsheim überlebensfähig gemacht
Schweinfurter Tagblatt vom 07.07.07
Jahrzehntelang
mussten sie ihre Treffen in einem uralten, nicht frostsicheren Haus abhalten.
Zwei Jahre renovierten die DJK-Kanuten ihr am Main gelegenes Vereinsheim von
Grund auf, opferten viele Stunden ihrer Freizeit und sogar das 75. Gründungsjubiläum
der Abteilung.
Heute
können die fleißigen Helfer nur noch schmunzeln über den Umbau. „Aber damals
haben wir ständig neue, unliebsame Überraschungen erlebt“, erinnert sich Abteilungsleiter
Ludwig Kress an die Schwierigkeiten in der zweijährigen Bauphase.
Von
alledem wird am Samstag und Sonntag, bei der Einweihung des Vereinsheims,
wohl so einiges zu hören sein. Dann holen sie auch das, bedingt durch die
Arbeiten, verpasste Jubiläum nach, im nunmehr 77. Jahr ihres Bestehens. „Damals
hatten wir keine Zeit, um richtig zu Feiern. Dafür wird es jetzt umso schöner“,
glauben Kress und seine acht Mitstreiter, die fast immer vor Ort waren.
Keine
Sitzung im Winter möglich
Dort,
in den Wehranlagen direkt am Main, liegt das so genannte „König-Haus“ der
ehemaligen Gademann'schen Farbenfabrik. Benannt ist es nach dem früheren Hausmeister,
erworben haben es die Kanuten 1965. Fünf Jahre zuvor hatten sie bereits eine
Bootshalle gebaut, nachdem man nach über 30 Jahren Vereinsgeschichte die gegenüberliegende
Mainseite verließ. Nur notdürftig ausgestattet, „mit alten Holzböden, krummen
Wänden und abenteuerlichem WC“, mussten die Sitzungen wie anno dazumal abgehalten
werden. Und in den Wintermonaten ging schon mal gar nichts – das Haus war
nicht frostsicher.
Nach
zwei Jahren intensiver Grundsanierung vom Boden bis zum Dach sei das Vereinsheim
überlebensfähig gemacht worden, wie es Rudolf Weigand formuliert. Immer wieder
taten sich dabei neue Großbaustellen auf, ein Ende schien nicht in Sicht:
Die Balken im unteren Bereich des Fachwerk-Gebäudes waren allesamt durchgefault
– eine Folge früherer Überschwemmungen. Kress: „Es war ein Wunder, dass unser
Haus überhaupt noch stand.“
Nun
stützen eingezogene Eisenträger das alte Haus. Zusätzlich waren mehr als eine
Tonne Putz nötig, um die Hauswände zu begradigen. Neue Isolierung, Fenster,
Wasserleitung, Decken und Küche zeugen von der Verwandlung, dazu der Aufenthaltsraum
und ein Kraftraum. Rund 1 600 Stunden Arbeit, alles in Eigenregie, sind es
geworden. Dabei ist dies noch lange nicht alles. Zuvor, von 2003 bis 2005,
wurde die Bootshalle saniert und mit neuen sanitären Anlagen ausgestattet.
Man
übergebe der Jugend damit ein Haus, wo sie sich heimisch fühle, meint Leo
Hesselbach. Wobei sich die älteren der rund 100 Mitglieder nun noch mehr auf
ihre wöchentlichen Treffen im Vereinsheim freuen, vor allem an der neuen Theke,
„das ist nach getaner Arbeit unser Lieblingsplatz“, sagt Ludwig Kress.
Mit
70 Jahren noch im Wildwasser
Doch
auch der Sport kommt nicht zu kurz. Der mittlerweile 70 Jahre alte Abteilungsleiter
ist der beste Beweis, dass Wildwasserfahren selbst im höheren Alter noch „großen
Spaß“ macht. Jetzt fehlt den DJK-Kanuten nur noch eine Kleinigkeit zum großen
Glück: Nachdem der Saumain unter Naturschutz steht und der nebenan befindliche
„Elephantenbuckel“ nur noch wenige wilde Wasser zu bieten hat, wünschen sie
sich eine bessere Trainingsmöglichkeit. „Ein Eiskanal in den Wehranlagen –
das wär's“, so Kress, der aber weiß, dass dies wohl nie zu realisieren ist.
Die
Feierlichkeiten beginnen am Samstag um 17 Uhr mit einem Forellenräuchern auf
dem Vereinsgelände im I. Wehr. Am Sonntag findet um 8.17 Uhr ein ökumenischer
Gottesdienst statt, danach gibt es ein Weißwurstfrühstück und Vorführungen.
Mehr
Infos zu den DJK-Kanuten im Internet unter www.djk-kanu.de